deutscher Schriftsteller; Werke u. a.: "Nacht", "Der Nazi & der Friseur", "Das Märchen vom letzten Gedanken", "Jossel Wassermanns Heimkehr", "Die Abenteuer des Ruben Jablonski", "Fuck America. Bronskys Geständnis", "Berlin ... Endstation"
* 2. April 1926 Leipzig
† 30. Dezember 2018 Wittlich
Herkunft
Edgar Hilsenrath wurde 1926 als älterer von zwei Söhnen des jüdischen Kaufmanns David Hilsenrath und dessen Frau Anni in Leipzig geboren. Die Familie zog nach Halle/Saale um, wo der Vater ein einträgliches Möbelgeschäft betrieb.
Ausbildung
H. besuchte bis 1938 die Mittelschule in Halle, wo er als einziges jüdisches Kind in der Klasse zur Zielscheibe antisemitischer Angriffe wurde. Aus Furcht vor den eskalierenden Ausschreitungen gegen Juden schickte der Vater die Familie 1938 nach Siret/Rumänien, wo der Großvater Gutsbesitzer war. Dort engagierte sich H. 1940 in einer zionistischen Gruppierung. Nach der Machtergreifung der Faschisten in Rumänien (1941) wurde er mit der Familie ins jüdische Ghetto Moghilew-Podolsk auf dem Gebiet der späteren Ukraine deportiert, wo er in einer Stahlfabrik arbeitete und vom Schwarzhandel lebte. Im März 1944 durch russische Truppen befreit, schlug sich H. unter lebensbedrohlichen Umständen nach Bukarest durch. Mit gefälschten Papieren kam er ...